Ehrlichiose

 

 

Infektionen mit Ehrlichien treten weltweit auf. Sie gehören zu den Rickettsien und werden durch Zecken übertragen. Je nach Region unterscheiden sich die Zeckenarten und somit auch der Ehrlichiosetyp. Während in den Mittelmeerländern und tropischen Gebieten eher Ripicephalus sanguineus zu finden ist, findet sich im mittel- und nordeuropäischen Raum Ixodes ricinus. Aus diesem Grund stellt die Infektion mit Ehrlichia canis  eher noch eine klassische Reisekrankheit bei Importtieren dar. 


Bei einer Infektion mit E.canis kommt es zur Infektion der Monozyten und somit zur Caninen Monozytären Ehrlichiose (CME). Die Inkubationszeit beträgt etwa 8-20 Tage, die dann in eine akute Phase von 2-4 Wochen übergeht. 

Klinische Symptome sind meist unspezifisch: Fieber, Anorexie, Dyspnoe, Anämie und Lymphadenopathie. In seltenen Fällen treten ZNS-Störungen auf.
In den ersten 10-20 Tagen sieht man Thrombozytopenie, wobei es aber eher selten zu spontanen Blutungen kommt. Danach kommt es unbehandelt meist zu chronischen Infektionsphasen.

 

Die Erkrankung

 

Die verschiedenen Ehrlichienspezies werden in drei verschiedene Klassen,  basierend auf den Zelltyp, den sie infizieren, eingeteilt.

Bei einer Infektion mit E.canis kommt es zur Infektion der Monozyten und somit zur Caninen Monozytären Ehrlichiose (CME), bei der Infektion mit E. phagocytophila werden Granulozyten infiziert, was zur Caninen Granulozytären Ehrlichiose (CGE) führt.

Die Inkubationszeit bei Ehrlichia beträgt etwa 8-20 Tage, die dann in eine akute Phase von 2-4 Wochen übergeht. Klinische Symptome sind meist unspezifisch: Fieber, Anorexie, Dyspnoe, Anämie und Lymphadenopathie. In seltenen Fällen treten ZNS-Störungen auf.

In den ersten 10-20 Tagen sieht man Thrombozytopenie, wobei es aber eher selten zu spontanen Blutungen kommt. Danach kommt es unbehandelt meist zu chronischen Infektionsphasen.

Bei der Infektion mit E. phagocytophila sind die Symptome sehr ähnlich. Hinzu kommt aber in der Regel eine Polyarthritis mit neutrophilen Entzündungserscheinungen hinzu.

 

 

3.1 Erreger:
- Ehrlichia canis sind Rickettsienverwandte Bakterien, die vor allem in den Monozyten vorliegen.
- Anaplasma phagocytophilum sind Rickettsienverwandte Bakterien, die in den neutrophilen
  Granulozyten liegen.
  
3.2 Übertragung:
Ehrlichia canis wird in Europa von der Zeckenart Rhipicephalus sanguineus (braune Hundezecke) übertragen.
Anaplasma phagocytophilum wird von Ixodes ricinus (Holzbock) übertragen.
 
3.3 Endemiegebiete:
- Ehrlichia canis, entsprechend der Verbreitung von R. sanguineus, von Zentralfrankreich
  aus südwärts, alle Anrainerstaaten des Mittelmeeres, inkl. Portugal und den Kanaren.
- Anaplasma phagocytophilum, entsprechend der Verbreitung von I. ricinus (zwischen dem 40. 
  und 65. Breitengrad): Schweden, Norwegen, Dänemark, Großbritannien, Deutschland, Polen, 
  Ungarn, Österreich, Niederlande, Schweiz, Tschechischen Republik, Slowenien, Kroatien, 
  Bulgarien, Frankreich, Nordspanien und Norditalien.
 
3.4 Klinik (Ehrlichiose + Anaplasmose):
- Akute Phase: Beginn 1 - 3 Wochen p.i., Dauer etwa 2 - 3 Wochen. 
  Symptomatik: meist mild und   unspezifisch. Fieberschübe bis 41°C sind möglich, Lethargie, 
  Anorexie, Nasen- und Augenausfluss.
- Subklinische Phase: 6 - 9 Wochen nach der Infektion, Dauer über Monate bis Jahre.
  Symptomatik: häufig mild, jedoch auch ernsthafte Komplikationen, wie Anämie, Gewichtsverlust 
  und Blutungsneigung (häufig Nasenbluten).
- Chronische Phase: In ca. 50% der Fälle kommt es zu spontanen Blutungen (z.T. in die 
  Schleimhäute), inneren Blutungen, bedingt durch eine Thrombozytopenie.

 Zusätzlich bei der   Anaplasmose: ZNSSymptome als Folge von Blutungen in Meningen, wechselnde Lahmheiten bedingt durch Polyarthritis und Gelenkschwellungen.
   
3.5 Inkubationszeit: Variabel
3.6 Präpatenz: Abhängig vom Allgemeinzustand des Tieres
3.7 Patenz: unbekannt, möglicherweise über Jahre.
  
3.8 Diagnostik:
- Serologie: Antikörper lassen sich über einen indirekten Immunfluoreszenz-Test (IIFT) 
  bestimmen, sind jedoch frühestens 20 Tage p.i. nachweisbar. Der Antikörpernachweis von 
  Ehrlichien oder Anaplasmen ist artspezifisch! 
- Direkter Erregernachweis: Der Nachweis via PCR aus einer EDTA-Blutprobe oder einem
  Lymphknotenpunktat ist die sensitivste Methode.
- Mikroskopischer Direktnachweis: Ehrlichienoder Anaplasmenmorulae können in einem
  gefärbten Buffycoat-Ausstrich sichtbar werden. Diese Methode eignet sich in der akuten
  Phase (parallel zur PCR) bei klinischem Verdacht und/oder entsprechenden  
  Blutbildveränderungen (nichtregenerative Anämie, Thrombozytopenie, Leukozytose, ggf.
  Monozytose).
  
3.9 Therapie:
- Tetrazykline, z.B. Doxycyclinhyclat (Ronaxan®), 1-2 x tgl. 10 mg/kg KGW über mindestens 
  3 Wochen. Je nach Literaturquelle werden 10 bis 25 mg/kg KGW pro Tag empfohlen.
- Bei schweren Infektionen kann zusätzlich eine zweimalige Behandlung mit Imidocarb-
  Dipropionat (Carbesia®) im Abstand von 14 Tagen erfolgen. Zur Dosierung siehe Kap.1.9. 
  Hierdurch wird eine Potenzierung der Doxycyclinwirkung erreicht, gleichzeitig werden 
  ggf. vorhandene Babesien eliminiert.
- Bei tragenden Hündinnen und bei Welpen unter 5 Monaten wird wegen der besseren
  Verträglichkeit auf Chloramphenicol ausgewichen. Dosierung: 30-50 mg/kg KGW 3 x tgl. i.m. 
  oder s.c.
  
3.10 Prophylaxe:
- Verhaltensprophylaxe: Zeckenbiotope sind zu meiden.
- Zeckenprophylaxe: Synthetische Pyrethroide als Halsbänder oder Spot-on-Lösungen mit
  zugelassenem Schutz gegen Ixodes ricinus (Anaplasmose) und Rhipicephalus sanguineus
  (Ehrlichiose). Nach Herstellerangaben hat das Scalibor®-Halsband eine Wirkdauer von 5-6 
  Monaten, das Spot-on Advantix® von 4 Wochen und das Spot-on Exspot® von bis zu 4 Wochen. 
  Da sich die Infektion erst mehrere Stunden nach dem Stich manifestiert, sollte eine konsequente
  Kontrolle einer Zeckeninfestation durchgeführt werden. 
 
3.11 Infektionsgefahren für den Menschen und Tiere 
Zoonose im Endemiegebiet.
Anaplasma phagocytophilum-Infektionen treten in Deutschland inzwischen häufiger auch beim
Pferd (Pferde-Ehrlichiose) auf, aber auch Rinder oder Schafe (Weidefieber) können betroffen sein.
Beim Menschen ist Ehrlichiose als HME (humane monozytäre Ehrlichiose) bekannt, die
Anaplasmose ist als HGE (humane granulozytäre „Ehrlichiose“) bekannt.